Wirtschaftliche Aktivität

Die wirtschaftlichen Aktivitäten im bayerischen Maineinzugsgebiet sind räumlich stark differenziert. Große Teile werden landwirtschaftlich genutzt. Industrie und Gewerbe konzentrieren sich in einigen Zentren, vorwiegend entlang der schiffbaren Wasserstraßen Main und Main-Donau-Kanal sowie entlang der Autobahnen und Bahnstrecken.

Die Städteachse Schwabach, Nürnberg, Fürth und Erlangen bildet das ökonomische Zentrum des bayerischen Maineinzugsgebiets. Es bietet 75 Prozent aller Arbeitsplätze in Mittelfranken. Diese Industrieregion gehört heute zu den zehn großen wirtschaftlichen Ballungsräumen der Bundesrepublik. Schwerpunktbranchen sind Elektrotechnik, Maschinenbau und Medizintechnik. Das an Kultur reiche Nürnberg sowie die UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt Bamberg ziehen jährlich viele Touristen an, ebenso wie Würzburg und die vielen mittelalterlichen Städte, die sich insbesondere entlang der Flussläufe befinden.

Weitere Schwerpunkte sind der (nur teilweise im Maineinzugsgebiet liegende) Raum Hof-Bayreuth-Kulmbach als eines der wichtigsten Textilzentren Deutschlands und der Raum Lichtenfels-Coburg als Zentrum der deutschen Polstermöbelindustrie.

Die wirtschaftlichen Schwerpunkte Unterfrankens liegen in Aschaffenburg, Würzburg, Schweinfurt und in den größeren Mittelzentren entlang des Mains (z. B. Miltenberg, Lohr am Main).

Bei einzelnen Industrie- und Gewerbezweigen besteht im Havariefall die potenzielle Gefahr einer Umweltbeeinträchtigung durch austretende Schadstoffe. Diese Betriebe sind im sogenannten PRT-Register (PRT steht für Pollutant Release and Transfer bzw. Schadstofffreisetzung und -verbringung) erfasst. Differenziert wird dabei hinsichtlich potenzieller Schadstoffemissionen in die Luft, den Boden, die Gewässer und (über die Kanalisation) in öffentliche Kläranlagen sowie im Hinblick auf entsorgte gefährliche und nicht-gefährliche Abfälle.

Das PRT-Register berücksichtigt in Deutschland 91 Schadstoffe, die maßgeblich zu Luftverschmutzung, Klimaveränderung und Gewässerbelastung beitragen (www.prtr.bund.de). In das Register aufgenommen werden nur die Betriebe, bei denen im Havariefall das Überschreiten eines schadstoffspezifischen Emissionsschwellenwertes zu befürchten ist. Dadurch soll eine Berichtspflicht für kleine Betriebe oder bei kleinen potenziellen Emissionen vermieden werden. Im Register enthalten sind große Betriebe der Metallindustrie, Chemischen Industrie, Papierherstellung, Lebensmittelherstellung, Intensivtierhaltung aber auch Verbrennungsanlagen, Deponien und Kläranlagen.

Im bayerischen Maineinzugsgebiet enthält das PRT-Register 349 Betriebe, die 43 Tätigkeitsbereichen angehören.