Hochwasser

Photo HochwasserHochwasser sind Teil des natürlichen Wasserkreislaufs. Nicht Menschenhand, sondern die Natur selbst verursacht dieses Phänomen. Hochwasser lassen sich deshalb auch nicht abschaffen. Das biblische Bild „sintflutartiger Regenfälle“ bringt die Ursache für Hochwasser auf den Punkt – es hat zu viel geregnet.

Was nicht verdunstet oder im Boden gespeichert wird, fließt ober- und unterirdisch ins nächste Gewässer. Bei starken Niederschlägen ist der Abfluss so hoch, dass in Bächen und Flüssen Hochwasser entstehen kann.

Hochwasser haben in ursprünglichen Landschaften eine entscheidende Bedeutung. Überschwemmungen erreichen und verändern weite Flächen, fördern ihre Fruchtbarkeit und schaffen Lebensräume für unzählige Arten, die hier ihre Überlebensnische finden.

Lange war das Leben mit dem Fluss und am Fluss eine gute Symbiose zwischen den natürlichen Bedürfnissen des Flusses und den Bedürfnissen des Menschen. Flüsse boten fast alles, was man brauchte: Trinkwasser und Nahrung, Arbeit und Geld. Doch je mehr man dem Fluss an seine Ufer rückte, desto weniger war sein Überschwemmungsdrang willkommen.

Der Main ist hierfür ein gutes Beispiel. Seine Bedeutung für Handelsaktivitäten ließ die Herrschenden aller am Fluss gelegenen Territorien nach einem Hafen, nach einem Standort am Fluss streben. Die Orientierung nach dem Fluss und nach der Macht ließ die Siedlungen bis zum Uferrand wachsen und damit den natürlichen Ausuferungsdrang des Flusses erheblich einschränken. Vermeintlich einschränken! Denn ein Fluss nimmt keine Rücksicht auf Nutzungsformen in seinem angestammten Auslaufrevier.

Abbildung Historisches HochwasserKatastrophen wie das Hochwasser am Magdalenentag 1342 oder das verheerende Hochwasser am Main von 1784 waren Ereignisse, die viele Menschenleben kosteten und riesige Schäden anrichteten. Die historischen Aufzeichnungen dokumentieren, dass fast jede Generation schmerzhafte Erfahrungen mit Überschwemmungen machte. Dies reicht bis in die Gegenwart. Die jüngsten Hochwasserereignisse, wie zum Beispiel 1997 an der Oder, 1999 und 2005 in Südbayern oder 2002 an der Elbe, haben sich in das Gedächtnis eingeprägt.

So bleibt den Menschen nur die Möglichkeit, dem Fluss seinen Raum zu geben oder mit dem Hochwasserrisiko zu leben.