Bedeutung

Städte und Gemeinden kennen das Instrument der vorläufigen Sicherung und amtlichen Festsetzung von Überschwemmungsgebieten. Diesem liegt in der Regel ein Abfluss zugrunde, der statistisch gesehen einmal in 100 Jahren erreicht oder überschritten wird, das sogenannte HQ100.

Die Richtlinie fokussiert neben dem HQ100 aber auch ein Hochwasser, das statistisch gesehen noch seltener auftritt und zu höheren Wasserständen führt, das HQextrem.

Die Darstellung und Bewertung dieses Hochwassers ist eine wichtige Information, um das Risiko im extremen Hochwasserfall abschätzen zu können. Insbesondere Kommunen und von Hochwasser direkt Betroffene erhalten damit eine Entscheidungsgrundlage über den Umgang mit diesem Risiko in eigener Zuständigkeit. Die Kenntnis des HQextrem kann beispielsweise eine wichtige Information für die private Bauvorsorge sein. Darüber hinaus wird deutlich, dass vorhandener technischer Hochwasserschutz nur bis zu einem festgelegten Wasserstand wirksamen Schutz bietet. Bei größeren Hochwassern sind die Binnenbereiche durch Überflutungen gefährdet.

Die Hochwassergefahrenkarten sind so aufbereitet, dass Gefahren schnell erkennbar sind. Die Karten können unmittelbar auch für die interkommunale Zusammenarbeit verwendet werden.

Darüber hinaus beinhalten die Karten auch wichtige Informationen für künftige städtebauliche Planungen und die Bauleitplanung. Für Einsatzkräfte können sie eine Grundlage sein, um im Katastrophenfall z.B. mögliche Zufahrten zu überfluteten Gebieten oder Fluchtwege aus diesen Gebieten zu erkennen.

Schließlich bilden die Hochwassergefahrenkarten eine wesentliche Grundlage zur Erstellung der Hochwasserrisikokarten.