Erstellung

Hochwassergefahrenkarten werden aus den Ergebnissen computergestützter hydraulischer Rechenmodelle erzeugt. Die dort ermittelten Wasserspiegellagen werden mit einem hochgenauen digitalen Geländemodell verschnitten und so die Ausdehnung der Überschwemmungsflächen und die Wassertiefen in jedem Geländepunkt bestimmt. Die Wassertiefen werden anschließend in einem Geografischen Informationssystem zu Wassertiefenklassen zusammengefasst. Abschließend werden die Überschwemmungsflächen und Wassertiefen kartografisch aufbereitet.

Für die meisten Risikogewässer des Hochwasserrisikomanagement-Plans Einzugsgebiet bayerischer Main konnte zur Erstellung der Hochwassergefahrenkarten auf bereits vorliegende Berechnungsergebnisse zurück gegriffen werden, die im Zusammenhang mit Festsetzungsverfahren für Überschwemmungsgebiete erzeugt wurden. Darüber hinaus wurden aber auch folgende Arbeiten durchgeführt:

  • Berechnung der Überflutungsflächen und Wassertiefen für HQextrem mit bestehenden Rechenmodellen, sofern diese hierfür geeignet waren,
  • Erweiterung bestehender Rechenmodelle und Berechnung der Überflutungsflächen und Wassertiefen für HQextrem,
  • Aktualisierung und ggf. Erweiterung älterer Modelle und Berechnung der Überflutungsflächen und Wassertiefen für HQ100 und HQextrem,
  • Aufbau neuer Rechenmodelle für die Gewässer, für die bislang kein oder kein geeignetes Rechenmodell vorlag (u.a. große Abschnitte des Mains und der Unterlauf der Regnitz) und Berechnung der Überflutungsflächen und Wassertiefen für HQ100 und HQextrem.

Insgesamt bestehen für die Risikogewässer des Hochwasserrisikomanagement-Plans Einzugsgebiet bayerischer Main 114 hydraulische Rechenmodelle.
Die Berechnungsergebnisse für HQ100 und HQextrem wurden weitergehend aufbereitet, was zum Teil vor, zum Teil nach der Verschneidung mit dem digitalen Geländemodell erfolgte. Wesentliche Schritte hierbei waren:

  • In Mündungsbereichen Überlagerung der Ergebnisse für die Einzelgewässer zur Ermittlung einer Umhüllenden,
  • Bewertung des Freibords (als Freibord wird der vertikale Abstand zwischen dem Wasserspiegel und der Bauwerksoberkante einer Hochwasserschutzanlage bezeichnet) bei bestehenden linienhaften Hochwasserschutzanlagen durch Vergleich des berechneten Freibords mit dem aufgrund von Vorgaben (beispielsweise aus technischen Regelwerken) erforderlichen Freibord, darauf aufbauend Aufzeigen bestehender Defizite im Freibord,
  • Ermittlung der bei Versagen bestehender linienhafter Schutzanlagen zusätzlich überfluteten Bereiche durch Extrapolation der Berechnungsergebnisse in den „trockenen“ Bereich.

Für die Erstellung der Hochwassergefahrenkarten wurden die modernsten hydraulischen Rechenmodelle eingesetzt und hochaufgelöste, aus Befliegungen abgeleitete digitale Geländemodelle verwendet. Die Ergebnisse wurden mit größtmöglicher Sorgfalt nachbearbeitet und von den Wasserwirtschaftsämtern auf Plausibilität geprüft. Dennoch besitzen sie von ihrer Detailschärfe her einen „nur“ überörtlichen Charakter. Sie wurden nicht mit dem Ziel erstellt bzw. sind an mehreren Gewässerstrecken nicht dazu geeignet, flurstücksscharfe Aussagen zu treffen. Damit unterscheiden sie sich deutlich von den Karten, die für die Festsetzung von Überschwemmungsgebieten verwendet werden und die deshalb eine deutlich höhere Detailschärfe aufweisen. Aus diesem Grund wurde für die Hochwassergefahrenkarten der Darstellungsmaßstab auf 1:10.000 begrenzt. Auf diesen Maßstab ist auch die Zoomfunktion im Kartendienst begrenzt. Die Verwendung der Karten mit einem detailschärferen Maßstab ist nicht freigegeben!