Erstellung

Die Hochwasserrisikokarten werden durch Verschneidung des Kartenthemas „Wassertiefen“ der Hochwassergefahrenkarte mit den räumlichen Informationen zur Flächennutzung, zu Schutzgebieten und Kulturgütern in einem Geografischen Informationssystem erzeugt. Darauf aufbauend wird der Umfang der potentiellen Betroffenheit der Schutzgüter menschliche Gesundheit, wirtschaftliche Tätigkeit, Umwelt und Kulturerbe ermittelt:

Schutzgut Menschliche Gesundheit

Die potentielle Betroffenheit wird als Zahl der potentiell betroffenen Einwohner ermittelt. Die Datengrundlage bilden die Daten aus der GENESIS-Datenbank des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung sowie die Angaben in ALKIS – Tatsächliche Nutzung der bayerischen Vermessungsverwaltung zur Größe von Wohnbauflächen und Flächen mit gemischter Nutzung. Auf kommunaler Ebene wird aus diesen Angaben zunächst eine mittlere Einwohnerdichte berechnet und dann die Zahl der potentiell betroffenen Einwohner durch Multiplikation dieses Wertes mit der Größe der von den Überflutungen potentiell betroffenen Wohnbauflächen und Flächen mit gemischter Nutzung berechnet. Bei der Zahl der potentiell betroffenen Einwohner handelt es sich somit um eine statistische Größe.

Schutzgut wirtschaftliche Tätigkeit

Die wirtschaftliche Tätigkeit wird durch die Flächennutzung ausgedrückt. Informationen hierzu werden ALKIS – Tatsächliche Nutzung der Bayerischen Vermessungsverwaltung entnommen. Zur Ermittlung der potentiellen Betroffenheit wird die Größe der bei einem 100-jährlichen und einem Extremhochwasser betroffenen Flächen ermittelt, jeweils getrennt für drei Wassertiefenklassen.

Schutzgut Umwelt

Die potentielle Betroffenheit wird zunächst durch von Überflutungen betroffene  Schutzgebiete erfasst. Die Schutzgebiete entsprechen den wasserabhängigen Natura2000-Schutzgebieten sowie den Trinkwasser- und Heilquellenschutzgebieten gemäß § 51 WHG i.V. mit Artikel 31 BayWG, wie sie in der Bestandsaufnahme der Wasserrahmenrichtlinie verwendet wurden. Weiterhin werden die betroffenen Badegewässer erfasst. Die Grundlage hierfür bilden die in Bayern erfassten EU-Badestellen zur Umsetzung der EG-Badegewässerrichtlinie 2006/7/EG. Als punktuelle potentielle Gefahrenquellen für die Umwelt werden die in den Überschwemmungsflächen gelegenen Betriebe des PRT-Registers (Pollutant Release and Transfer Register gemäß EU-Verordnung 166/2006) erfasst.

Schutzgut Kulturerbe

Zur Beurteilung der potentiellen Betroffenheit dieses Schutzgutes werden die Bauensembles gemäß den vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege zur Verfügung gestellten Daten herangezogen.