Informationsdienste

Ein wichtiger Bestandteil der Hochwasservorsorge ist die genaue und schnelle Bereitstellung von Informationen. Zu nennen sind in Bayern hierbei vor allem die Internetdienste Hochwassernachrichtendienst und der Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete.

Hochwassernachrichtendienst

Technische und bauliche Maßnahmen bieten keinen hundertprozentigen Schutz vor Hochwasser. Sie können nicht verhindern, dass immer wieder Bürger von Überschwemmungen betroffen sind. Gehen diese Gefahren von Bächen und Flüssen aus, warnt in Bayern der Hochwassernachrichtendienst (www.hnd.bayern.de). Droht Gefahr durch Starkregen oder Unwetter, nimmt der Deutsche Wetterdienst diese Aufgabe wahr (www.dwd.de).

Der Hochwassernachrichtendienst leistet seit über 100 Jahren wertvolle Dienste in der Hochwasservorsorge. 320 Pegel liefern die Wasserstands- und Abflussinformationen, die für exakte und zuverlässige Hochwasserwarnungen erforderlich sind. Wenn der Wasserstand an einem dieser Pegel einen festgelegten Stand überschreitet, erfolgt der Meldebeginn: der HND intensiviert die Überwachung an den Pegeln und benachrichtigt die zuständigen Stellen. Die Hauptmeldestellen (in der Regel die Wasserwirtschaftsämter) geben über die Meldestellen (Landratsämter) die Hochwasserwarnungen an die Städte und Gemeinden weiter. Diese warnen die betroffenen Bürger. Das Ausmaß der Überschwemmungen wird dabei durch vier Meldestufen angegeben:

Meldestufe 1: Stellenweise kleinere Ausuferungen.
Meldestufe 2: Land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen.
Meldestufe 3: Einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet oder Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen oder vereinzelter Einsatz der Wasser- oder Dammwehr erforderlich.
Meldestufe 4: Bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet oder Einsatz der Wasser- oder Dammwehr in großem Umfang erforderlich.

Nach den Erfahrungen der letzten großen Hochwasser wurde der Hochwassernachrichtendienst im Rahmen des „Entwicklungsvorhabens operationelle Hochwasservorhersage“ so optimiert, dass er für alle größeren bayerischen Flüsse Abflussvorhersagen erstellt und die Vorhersagezeiträume verlängert werden konnten.

In die Berechnungen für die Vorhersage von Wasserständen und Abflüssen gehen sowohl die Wasserstände an flussaufwärts liegenden Pegeln als auch gemessene und vorhergesagte Niederschläge ein. Mit Computermodellen, die für einzelne Flussgebiete maßgeschneidert sind, berechnen Hydrologen die Wasserstände für die nächsten 6, 12, 24 oder auch 48 Stunden. Je größer der Fluss ist, desto länger ist der Vorhersagezeitraum.

Im Internetangebot des Hochwassernachrichtendienstes können Sie Pegel mit aktuellen Wasserstands- und Abflussinformationen abrufen. Außerdem finden Sie ausführliche Informationen zu aktuellen und früheren Hochwasserereignissen, wichtige Rufnummern im Hochwasserfall und vieles mehr.

Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass wir unsere Einstellung vom „Kampf gegen“ in einen „Umgang mit“ Naturgefahren ändern müssen. Überschwemmungen sind natürliche Phänomene, die immer wieder auftreten und nicht vollständig kontrollierbar sind. Auch der Schutz durch technische Bauwerke ist begrenzt. Wer in gefährdeten Gebieten lebt, muss das Risiko kennen und vorbereitet sein.

Der beste Hochwasserschutz ist, in hochwassergefährdeten Bereichen nicht zu bauen. Die staatliche Verwaltung ist dabei, die Überschwemmungsgebiete an allen größeren Flüssen in Bayern zu ermitteln und rechtlich zu sichern. Im Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete (www.iug.bayern.de) kann sich jeder informieren, ob er bzw. sein Grundstück sich in einer Gefahrenzone befindet.

Überschwemmungsgebiete werden in Bayern nach einheitlichen Kriterien berechnet – üblicherweise für ein Hochwasserereignis, das statistisch gesehen alle 100 Jahre auftritt.

Wassersensible Bereiche werden anhand der Auen und Niedermoore abgegrenzt. Sie kennzeichnen den natürlichen Einflussbereich des Wassers, in dem es zu Überschwemmungen oder hohen Grundwasserständen kommen kann.

Im Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete (IÜG) finden Sie einen zentralen Kartendienst, in dem Überschwemmungsgebiete und wassersensible Bereiche dargestellt sind. Außerdem werden auch rechtliche Hinweise und Verhaltensregeln gegeben.