Ziele

Trotz der großen Anstrengungen, die zum Schutz der Städte und Gemeinden vor Hochwasser des Mains schon vorgenommen wurden, bleibt das Risiko aufgrund der nicht beherrschbaren Gefahren groß. Hier setzt das Risiko-Management ein, das die Defizite vor allem im Bereich der Flächenvorsorge, der Bauvorsorge, der Risikovorsorge und der vorbereitenden Gefahrenabwehr reduzieren will. Wesentlicher Baustein ist dabei die gezielte Information der Bevölkerung und der Verwaltungen der Städte und Gemeinden über vorhandene Hochwasserrisiken. Mit den für jede Stadt und Gemeinde vorliegenden Risikokarten und den in Beiblättern dokumentierten Auswertungen zur konkreten Betroffenheit ist die Grundlage geschaffen, lokal angepasste Ziele und Maßnahmen abzuwägen. Dieser Prozess erfolgt für die Risikogewässer im gesamten bayerischen Maineinzugsgebiet in einer einheitlichen Betrachtungsweise.

Unter Maßnahmen ist das Ergebnis eines Abwägungsprozesses dargestellt, der gemeinsam von den Wasserwirtschaftsämtern und den betroffenen Städten und Gemeinden als wichtige Akteure geleistet wurde. Die bewährte Zusammenarbeit und vorhandene Kenntnis der Gegebenheiten vor Ort ermöglicht die Festlegung lokal angepasster Prioritäten für das lokale Management und die Auswahl von Maßnahmen auch unter Kosten-Nutzen-Aspekten. Im Rahmen der fortlaufenden Fortschreibung und durch gezielte Informationen, auch über das Internet, soll die Bevölkerung zunehmend in den Abwägungsprozess eingebunden werden.

Die Maßnahmen fokussieren dabei folgende konkrete Ziele (Akteursziele):

  • Für die Risikogewässer sind Überschwemmungsgebiete, die sich aus einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) ergeben, bis 22.12.2013 durch Rechtsverordnung festzusetzen. Ermittelte Überschwemmungsgebiete (HQ100) sind vorläufig zu sichern, sofern sie nicht bereits als Vorrang- bzw. Vorbehaltsgebiete im Regionalplan ausgewiesen sind.
  • Allen von Hochwasser betroffenen Bürgerinnen und Bürgern sowie betroffenen Unternehmen sind die Informationen des Hochwasserrisikomanagement-Plans Einzugsgebiet bayerischer Main auf direktem Wege kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
  • Die Einsatz- und Alarmpläne in den betroffenen Kommunen sind aktuell zu halten und an die Kenntnisse über das vorhandene Hochwasserrisiko anzupassen.
  • Hochwassermeldepläne sind regelmäßig zu überprüfen und aktuell zu halten.
  • Das Zusammenwirken der verschiedenen Einsatzkräfte und der Verwaltungsstellen ist insbesondere nach einem Einsatzfall, z.B. im Rahmen von Hochwasserkonferenzen, kritisch zu überprüfen. Daraus sind zweckmäßige Maßnahmen zur künftigen Optimierung des Zusammenspiels im Einsatzfall abzuleiten und umzusetzen.
  • Die Möglichkeiten der Verbesserung der Hochwasservorhersage sind, bezogen auf die jeweilige hydrologische/ hydraulische Situation der einzelnen Risikogewässer, regelmäßig zu überprüfen und im Rahmen der fachlichen und zweckmäßigen Möglichkeiten zu optimieren.
  • Vorhandene oder künftig entwickelte Informationsmedien über Hochwasser sind allgemein zugänglich zu gestalten und insbesondere den von Hochwasser Betroffenen zu kommunizieren.
  • Vorhandene potentielle Hochwasserrückhalteräume sind zu überprüfen, ihre Wirkung auf den Hochwasserabfluss abzuschätzen und im Rahmen der fachlichen und zweckmäßigen Möglichkeiten zu optimieren.
  • Sofern bei von Hochwasser betroffenen Kommunen die erste Abschätzung von technischen Hochwasserschutzmöglichkeiten (Basis-Studien) ergibt, dass ein Schutz der Prioritätsklasse 1, 2 oder 3 (von 5 Stufen) zuzuordnen ist, sind weitergehende Untersuchungen über die Ausbildung technischer Schutzmöglichkeiten anzustellen.